Frankreich hat den Tod eines der wichtigsten Anführer der Extremistengruppe Al Kaida im Islamischen Maghreb bestätigt. Der Extremist Abdelhamid Abou Zeid sei Ende Februar bei einer französischen Militäroffensive im Ifoghas-Gebirge im Nordosten Malis getötet worden, teilte die französische Präsidialverwaltung in Paris mit. Sein Tod sei eine „bedeutende Etappe im Kampf gegen den Terrorismus in der Sahelzone“.
http://www.tagesschau.de/ausland/alkaidaimmaghreb100.html
Autorenarchiv: Hannes
Besuch in Mali: Niebel fährt ohne Personenschutz in Krisengebiet
Bamako – Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) ist während seines Besuchs in Mali am Samstag ohne Personenschutz in die Stadt Mopti gefahren. Das Bundeskriminalamt hatte zuvor entschieden, die eigens für die Ministerreise in die Hauptstadt Bamako entsandten 15 Personenschützer nicht nach Mopti zu schicken, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet.
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/dirk-niebel-faehrt-ohne-personenschutz-in-krisengebiet-a-890610.html
Gescheiterte Entwicklungshilfe: Wie Afrika seine Würde verliert
Massengrab mit Arabern in Timbuktu entdeckt
10.02.13, Mali, Die Welt
Nach der Einnahme der Wüstenoase Timbuktu durch malische und französische Truppen wurde jetzt ein Massengrab entdeckt. Die Opfer sind vermutlich arabische Händler, die mit den Islamisten kooperierten.
Knapp zwei Wochen nach der Vertreibung der islamistischen Kämpfer aus Timbuktu durch malische und französische Soldaten ist in der Oasenstadt einem Medienbericht zufolge ein Massengrab entdeckt worden. Drei der in dem Grab verscharrten Leichen seien noch zu erkennen gewesen, berichtete die mauretanische Nachrichtenagentur ANI unter Berufung auf Augenzeugen.
Es seien „arabische Händler, die vor Kurzem von malischen Soldaten festgenommen wurden und von denen seither nichts mehr gehört wurde“. Gefunden wurde das Massengrab laut ANI am Freitag.
Auf ihrem Vormarsch im Norden Malis hatten französische und malische Truppen am 28. Januar Timbuktu kampflos eingenommen. Unmittelbar danach stürmten Hunderte Einwohner Geschäfte von Arabern, denen sie vorwarfen, während der monatelangen Besetzung Timbuktus durch islamistische Kämpfer mit diesen gemeinsame Sache gemacht zu haben.
Zum Teil fanden die Angreifer Waffen und andere militärische Ausrüstung, die Plünderer schleppten aber auch Fernseher, Lebensmittel und andere Güter weg.
Ernste Menschenrechtsverstöße
Menschenrechtsorganisationen hatten der malischen Armee jüngst außergerichtliche Hinrichtungen von Tuareg und Arabern vorgeworfen. Sie forderten die Regierung zu Schutzmaßnahmen auf.
http://www.welt.de/politik/ausland/article113514720/Massengrab-mit-Arabern-in-Timbuktu-entdeckt.htmlNebenschauplatz Bodenschätze
Arte Journal – 29/01/13
„Der wachsende Einfluss radikaler Islamisten ist nicht nur eine Gefahr für die Menschenrechte, sondern bedroht auch die Sicherheit der Uranversorgung Frankreichs“, erklärt die Gesellschaft für bedrohte Völker.
Mali ist zwar eines der ärmsten Länder der Welt, liegt aber inmitten des „Goldgürtels“ Westafrikas. Der erstreckt sich von Senegal über Guinea, Ghana, Burkina Faso, Niger, Nigeria und Kamerun. Malis Wirtschaft ist in hohem Maße abhängig von den Weltmarktpreisen für Gold, es ist das wichtigste Exportgut des Landes. Mit rund 50 Tonnen Gold im Jahr hat Mali es auf den dritten Platz der Goldförderer-Nationen gebracht, hinter Südafrika und Ghana.
Goldminen Die ersten professionell betriebenen Goldminen entstehen im Süden des Landes in den 80er Jahren, wirklich in Schwung kommt das Geschäft dann in den 90ern. Jedoch werden in Mali keine Goldklumpen unterirdisch aus dem Gestein gehauen sondern von Goldsuchern mühsam in winzigen Körnern aus dem Sand gewaschen. Gefördert wird das kostbare Metall von den Giganten der Branche wie dem südafrikanischen Unternehmen Anglogold Ashanti, der australischen Firma Resolute Mining, den Kanadiern von IAM Gold oder dem britischen Unternehmen Randgold. Neun Goldfördergebiete zählt das Land, acht von ihnen gehören zu je 20 Prozent dem malischen Staat. Das Geschäft mit dem Gold wiegt rund 15 Prozent im Bruttosozialprodukt. Und der Quell des relativen Reichtums steht nicht vor dem versiegen: 19 neue potentielle Fördergebiete werden zur Zeit geprüft.
Mutmaßliche Ölvorkommen Die Liste der in Mali vermuteten Bodenschätze ist lang: Erdöl, Erdgas, Uran, Phosphat, Kupfer, Bauxit, Diamanten und weitere Edelsteine. Besonders die potentiellen Erdölvorkommen des Landes machen Mali zu einem potentiell interessanten Geschäftspartner für Industrienationen. Laut Benjamin Augé vom französischen Institut für internationale Beziehungen (IFRI) handelt es sich dabei jedoch nur um ein Trugbild, denn noch ist man Lichtjahre von einer möglichen Förderung entfernt. Dennoch: Besondere Hoffnungen macht man sich über unterirdische Vorkommen im Nordwesten des Landes, der französische Mineralölgigant Total bohrt im Nachbarland Mauretanien schon erfolgreich nach dem schwarzen Gold. Sollten sich die Vermutungen bestätigen, könnte Mali ein neues Erdöl-Eldorado werden. Die in Mali für die Suche nach Erdölfördergebieten verantwortliche Behörde (AUREP, Authority for the Promotion of Oil Research in Mali) hat das Land in 29 Parzelle eingeteilt, die Nutzung von 20 dieser Parzellen hat sie ausländischen Unternehmen überlassen, wie dem Italiener ENI oder der algerischen Firma SONATRACH, vertreten durch ihre Filiale Sipex. Erfolgreich nach Erdöl gebohrt hat bis heute jedoch noch niemand in Mali.
Zwei potentielle Uranvorkommen Auch die Uranvorhaben Malis sind bisher noch ungenutzt. An zwei Orten wurde das kostbare radioaktive Metall bisher lokalisiert: in Faléa, im Südwesten, nahe der der Grenze zu Guinea. Hier ist die kanadische Gruppe Rockgate den mit den Nachforschungen beauftragt. Dutzende von Bohrschächten wurden schon gegraben – zum Ärger der Landbevölkerung der Region. Das zweite Vorhaben liegt am anderen Ende des Landes, im Nordosten, in der Region von Kidal, einer der Hochburgen der Islamisten von Ansar Dine. Seit 2007 bohrt das australische Unternehmen Oklo Uranium Limited in dem 250.000 Quadratkilometer umfassenden Gebirgsmassiv Adrar des Iforas. Dass es hier Uran gibt, gilt als sicher, ausgebeutet wurde das Vorkommen bisher nicht.
Seltene Erden Korrekt nennt man sie Metalle der Seltenen Erden. Sie heißen Europium oder Neodym und werden in vielen Schlüsseltechnologien verwendet, zum Beispiel für Plasmabildschirme, Windkraftanlagen, Dauermagnete, Legierungen oder Leuchtstofflampen. Ihre Gewinnung ist äußerst auwendig und setzt große Mengen Giftschlamm frei. Die kostbaren Ressourcen könnten zudem knapp werden: Die größten Vorkommen Seltener Erden liegen in China, in der inneren Mongolei. Hier haben die Behörden nun angekündigt, die Förderung drosseln zu wollen, auch wegen der starken Umweltbelastung in den Abbaugebieten. Dadurch werden die in Mali vermuteten Vorkommen zu einem noch unkämpfteren Gut.
Stabiltät als Vorraussetzung für Förderung Genau wie für die anderen in Mali vermuteten Bodenschätze gilt auch für die Seltenen Erden: Ohne Sicherheit und Stabilität in der Region, ohne eine gesicherte Energiezufuhr in die Fördergebiete, werden die Vorkommen auch weiterhin brachliegen. Läuft Mali aus dem Ruder, behalten die Islamisten das Sagen im Norden, ist an einen Abbau des potentiellen Reichtums nicht zu denken. Eine Destabilisierung Malis kann leicht auf die Nachbarländer überschwappen. „Der wachsende Einfluss radikaler Islamisten ist nicht nur eine Gefahr für die Menschenrechte, sondern bedroht auch die Sicherheit der Uranversorgung Frankreichs“, erklärt dazu die Gesellschaft für bedrohte Völker. Annette Gerlach
http://www.arte.tv/de/nebenschauplatz-bodenschaetze/7273746,CmC=7287886.html
EU setzt Entwicklungshilfe in Mali fort
12.02.2013, 15:30
EU-Entwicklungsminister einigten sich bei ihrem heutigen Treffen in Dublin auf langfristige Entwicklungshilfe in Mali.
Im Jahr 2013 wird die EU bis zu 250 Millionen Euro zur Verfügung stellen, um Demokratie und Frieden in Mali herzustellen und sicherzustellen, dass gefährdete Gemeinden mit Nahrungsmitteln, sauberem Wasser und Sanitäreinrichtungen versorgt sind. Der irische Minister für Handel und Entwicklung Joe Costello, der im Rahmen des irischen EU-Ratsvorsitzes den Vorsitz über das heutige Treffen führte, begrüßte den Beschluss und sagte: Die EU hat seit Beginn des Jahres 2012 116 Millionen Euro aufgebracht, um die dringend notwendige Hilfe für die Bevölkerung in Mali, Nahrung, Unterkünfte und Sicherheit zu gewährleisten. – See more at:
http://eu2013.ie/de/nachrichten/news-items/20130212prpostdevelopmentde/#sthash.zBzdJ4WT.dpuf
Truppen aus dem Tschad sichern Kidal – Islamisten bei Gao gefasst
05.02.2013, 16:31 Uhr | dpa
Bamako (dpa) – Die französischen Truppen in Mali erhalten massive Unterstützung aus dem Tschad: 1800 Soldaten aus dem zentralafrikanischen Land marschierten in die frühere Islamistenhochburg Kidal im Norden des Krisenlandes ein. Sie sollten die Stadt nach dem Rückzug der islamistischen Extremisten sichern, sagte ein Sprecher der französischen Streitkräfte. Französische Truppen seien aber weiter am Flughafen stationiert. Sie hätten kürzlich Unterstützung von zwei Fallschirmspringereinheiten bekommen.
Schwer kontrollierbares Wüstengebiet
05.02.2013 Nach der bisher erfolgreichen französischen Militärintervention in Mali konzentrieren sich die Kämpfe derzeit auf die Wüstenregion an der Grenze zu Algerien. Besondere Bedeutung kommt dabei der Oasenstadt Tessalit zu – nicht zum ersten Mal.
In der Stadt hatten sich vor kaum einem Jahr Tuareg-Rebellen und reguläre Streitkräfte heftige Gefechte geliefert, nun nutzen die islamistischen Milizen, die den Norden des Landes über Monate belagert hatten, die Region als Rückzugsgebiet.Am Dienstag griffen französische Kampfflugzeuge erneut Stützpunkte der Extremisten rund um Tessalit und die Stadt Aguelhok, rund 150 Kilometer von der Grenze zu Algerien entfernt, an. Ziel sei es, die radikalislamischen Gruppen aus der Gegend zu vertreiben und ihre Nachschubwege abzuschneiden, so Frankreichs Außenminister Laurent Fabius. Französische und malische Einheiten hatten in den letzten zwei Wochen die drei wichtigsten Städte im Norden des Landes, Timbuktu, Gao und Kidal, unter ihre Kontrolle gebracht. Die Islamisten zogen teils kampflos in Richtung der gebirgigen Wüstenregion weiter nördlich bzw. nordöstlich ab.
http://orf.at/stories/2165097/2165098/
Gescheiterte Entwicklungshilfe: Wie Afrika seine Würde verliert
Noch nie ist die Entwicklungshilfe für Afrika so radikal und massiv kritisiert worden wie in den letzten Jahren, und zwar sowohl von Vertretern des „Nordens“ als auch Afrikas selbst. Das hält das Berliner Entwicklungshilfeministerium (BMZ) nicht davon ab, in einer Broschüre festzustellen: „Afrika ist nicht der Kontinent der Katastrophen, Krisen und Kriege. Afrika zeigt Reformdynamik und stabiles Wachstum und nimmt mit seinen Ideen und Potenzialen seine Entwicklung in die eigene Hand.“
Situation In Nord / West Afrika
Göttingen, 20.01.2013, Situationsbericht von: africa-co-operation e.V.
Da die Situation zur Zeit sich permanent ändert können wir hier nicht jeden Artikel einstellen. Die Rückeroberung des Nordens ist nun durch das Vorrücken der Islamisten gen Süden früher eingetroffen als wir erwartet hatten. Auch die blutige Geiselnahme in Algerien war eine schon lange geplante Aktion, die durch die Bodenoffensive der Franzosen wahrscheinlich vorgezogen wurde. Hierüber gibt es so viele Informationen, dass wir diese nicht mit in unserem Blog aufnehmen können.
Wir selbst beobachten alle Aktivitäten sehr genau und überlegen nun wie wir unser Projekt „Get a smile!“ erfolgreich umsetzen können.
Statement zum Projektstand und zur aktuellen Lage in Mali, 20.01.2013:
Erst einmal können wir mitteilen, dass wir in unserer Planung bestens stehen. Die finanziellen Mittel für den ersten Schritt sind eingegangen und auch das Fahrzeug steht bereit. Die Visa für Mauretanien und Mali sind ebenfalls erteilt worden und wir könnten wie geplant am 28.01.2013 starten.
Der einzige aber gewichtige Hinderungsgrund ist die nun doch noch vor September 2013 erfolgte Rückeroberung Nord Malis, die die gesamte Region destabilisiert hat. Große Flüchtlingsströme sind von Nord nach Süd unterwegs und auch die „Islamistischen Kämpfer“ haben sich unter sie gemischt, was die gesamte Region für alle Helfer gefährlich macht. Wie lange sich dieser Krieg hinzieht und ob es danach in Mali oder auch in ganz Nord / West Afrika sicherer wird, ist ungewiss.
Da wir weder Hab und Gut des Vereins (eure Spenden), noch Leben riskieren wollen, haben wir uns entschlossen den Abreisetermin erst einmal um eine Woche zu verschieben. Des Weiteren suchen wir nun nach Alternativen, wie wir trotz des Krieges die nun ganz besonders benötigten Hilfsmittel an ihren Bestimmungsort bringen können. Hierzu gibt es schon Ideen, die wir, wenn sie möglich sind mitteilen werden.
Wir bitten euch hier um Verständnis und vielen Dank für eure Unterstützung, wir bleiben dran!
Johannes Albers