Mali verschenkt Top-Level-Domains „.ml“

Julian Wolf , am Samstag, 13.04.2013 17:36 Uhr

Der Staat Mali plant zur Mitte des Jahres, Adressen seiner Top-Level-Domain .ml kostenfrei zu verschenken. Damit wäre das afrikanische Land neben den Tokelau-Inseln der zweite Anbieter von kostenlosen Adressen mit Standard-Domain. Bevor sich allerdings jeder Internetnutzer an den Domains bedienen darf, werden zunächst Inhaber von Namensrechten und zahlende Kundschaft bevorzugt.
http://www.gulli.com/news/21272-mali-verschenkt-top-level-domains-ml-2013-04-13

Drei Tote bei Selbstmordanschlag in Mali

Foto © APA

Bei einem Selbstmordanschlag in Kidal im Nordosten von Mali sind am Freitag mindestens drei tschadische Soldaten getötet und vier weitere verletzt worden. Nach Angaben des malischen sowie des tschadischen Militärs war die Gruppe Soldaten auf einem Markt der Stadt unterwegs, um sich dort zu versorgen, als der Attentäter seinen Sprengstoff zündete.

Die vier verwundeten Soldaten seien schwer verletzt, erklärte der tschadische Generalstab in Tschads Hauptstadt N’Djamena. Die Vorbereitungen zur Rückführung der Leichen seien eingeleitet worden.

Es handle sich um „Dschihadisten“, die für den Anschlag verantwortlich seien, erklärte das malische Militär und sprach zunächst von einer „vorläufigen“ Opferzahl. Das Zentrum Kidals sei abgesperrt worden, wie aus regionalen Sicherheitskreisen verlautete. Die Stadt liegt rund 1.500 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Bamako und beherbergt Militärbasen der französischen sowie der tschadischen Armee. Die Stadt selbst wird von der von Tuareg dominierten Befreiungsbewegung MNLA gehalten.

Am Donnerstag waren im Zuge des schrittweisen Abzugs der französischen Armee aus Mali die ersten rund 120 französischen Soldaten nach Frankreich zurückgekehrt. Frankreichs Präsident Francois Hollande hatte angekündigt, dass die Zahl der derzeit rund 4.000 Soldaten in dem westafrikanischen Land bis Juli halbiert werden solle.

Die französische Armee hatte am 11. Jänner ihren Einsatz in Mali begonnen und zusammen mit malischen Soldaten den Norden des Landes zurückerobert, der monatelang von islamistischen Gruppen kontrolliert worden war. Frankreich hat zugesagt, dass dauerhaft etwa 1.000 französische Soldaten als Unterstützung „im Kampf gegen den Terrorismus“ in dem Land bleiben sollen.

Mauretanien: 70.000 Flüchtlinge aus Mali in Wüste gestrandet

Mali: 70.000 Flüchtlinge in mauretanischer Wüste gestrandet – Ärzte ohne Grenzen veröffentlicht Bericht

Berlin/Nouakchott, 12. April 2013. Rund 70.000 Flüchtlinge aus Mali leben derzeit unter widrigsten Bedingungen mitten in der mauretanischen Wüste. Sie haben nicht ausreichend Nahrung, Wasser, Unterkünfte und medizinische Hilfe – und sind völlig von Unterstützung von außen und humanitärer Hilfe abhängig. In ihrem heute veröffentlichten Bericht „Gestrandet in der Wüste“ fordert die internationale Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen auch andere Organisationen dazu auf, sich dringend um die grundlegendsten Bedürfnisse dieser Flüchtlinge zu kümmern. Angesichts der ethnischen Spannungen in der Heimat der Menschen im Norden Malis gibt es kaum Hoffnung, dass diese bald dorthin zurückkehren können.

Ärzte ohne Grenzen hat Anfang 2012 mit Hilfsprojekten in Mauretanien begonnen, als die ersten malischen Flüchtlinge dort ankamen. Die Organisation hat immer wieder auf die äußerst prekären Lebensbedingungen im Lager Mbéra und die dramatischen Auswirkungen auf die Gesundheit der Menschen hingewiesen. Eine im November 2012 von Mitarbeitern durchgeführte Ernährungs- und Sterblichkeitsstudie beispielsweise zeigte eine alarmierende Ernährungssituation und Sterblichkeitsraten bei Kindern unter zwei Jahren, die über dem Grenzwert einer akuten Ernährungskrise lagen.

 Nach dem Beginn des französisch-malischen Militäreinsatzes im Januar 2013 kamen rund 15.000 neue Flüchtlinge nach Mbéra. Die medizinische Versorgung des Einzelnen hat sich dadurch weiter verschlechtert. Im Programm von Ärzte ohne Grenzen ist die Zahl der Behandlungen von 1.500 auf 2.500 in der Woche gestiegen. Die Zahl der mangelernährten Kinder, die in Ernährungsprogramme aufgenommen wurden, hat sich von 42 auf 106 mehr als verdoppelt.

 „Diese Zahlen zeigen, dass sich der Zustand der Flüchtlinge im Lager noch verschlechtert hat“, sagt Henry Gray, Nothilfe-Koordinator von Ärzte ohne Grenzen. „Dabei sollten sie hier eigentlich Hilfe erhalten, vor allem auch Nahrungsmittel. Es ist klar, dass man auf diesen Zustrom von Flüchtlingen nicht genug vorbereitet war. Die Lage hat sich in den vergangenen Wochen zwar verbessert, ist aber immer noch äußerst prekär. Daher müssen die Hilfsorganisationen ihre Anstrengungen intensivieren und so lange wie notwendig aufrecht erhalten: Unterkünfte, Trinkwasser, Latrinen und Nahrungsmittel müssen den humanitären Mindeststandards entsprechen und den Notleidenden zur Verfügung gestellt werden.“

 Ärzte ohne Grenzen unterstützt in Mauretanien insgesamt vier Gesundheitseinrichtungen im Lager Mbéra und am Grenzposten Fassala und leitet in der Stadt Bassikounou einen Operationstrakt. Seit Februar 2012 haben die Teams 85.000 Behandlungen und 200 Entbindungen durchgeführt und etwa 1.000 schwer mangelernährte Kinder behandelt.

Quelle: http://www.aerzte-ohne-grenzen.de/presse/pressemitteilungen/2013/pm-2013-04-12/

Malische Flüchtlinge in Burkina Faso

Mali-Konflikt: Hunderttausende Menschen aus Mali sind auf der Flucht. Viele sind in die westafrikanischen Nachbarländer geflohen. Help unterstützt malische Flüchtlinge in den Flüchtlingscamps Goudebou in Burkina Faso und in Abala in Niger. Die Bewohner der Camps sind vor allem Frauen und Kinder, die nur wenige Habseligkeiten auf ihrem weiten Weg mitnehmen konnten. Die Infrastruktur der Flüchtlingslager ist noch unzureichend und muss für die Versorgung der Flüchtlinge ausgebaut werden.

Flüchtlingscamp in Grenznähe zu Mali wird verlegt

Viele Tuareg Mütter sind mit ihren Kinder geflohen (Foto: Rotes Kreuz Burkina Faso).

In Burkina Faso startete Weiterlesen

Migration und Krieg – Stimmen aus der malischen Presse

Medico International unterstützt in Mali zwei Organisationen. Die Association Malienne des Expulsés (AME) und die Association des Refoulés d’Afrique Centrale au Mali (ARACEM). Bisher haben sich beide Partner vor allem um das Thema Migration gekümmert. Die AME konzentrierte sich in Bamako darauf, MigrantInnen zu unterstützen, die aus Europa und dem Maghreb abgeschoben und abgewiesen wurden. Die ARACEM auf Nicht-MalierInnen, die auf dem erhofften Weg nach Europa im Land festsaßen.

Der Putsch und die Entwicklung des Konflikts haben die Schwerpunkte der Arbeit Weiterlesen

Frankreich zieht erste Soldaten zurück

Etwa 4000 französische Soldaten helfen in Mali den Frieden zu stabilisieren. Frankreichs Präsident Hollande hatte angekündigt, mindestens die Hälfte bis Juli zurückzuholen. Die ersten Hundert landeten jetzt auf Zypern.

Die französische Armee hat mit dem Abzug von Soldaten aus Mali begonnen. Etwa hundert Soldaten seien auf Zypern angekommen, teilte der Generalstab der Armee Medienvertretern in Paris mit.

Die ersten abgezogenen Soldaten gehören zu einer Fallschirmjäger-Einheit, die vor allem in der Region Tessalit Weiterlesen

Neue Großoffensive gegen Islamisten in Mali

GAO (AFP)–Die französische Armee hat in Mali eine neue Großoffensive gegen islamistische Kämpfer gestartet. Bei der Operation „Gustav“ seien seit Sonntag rund 1000 Soldaten, Dutzende Panzer, Hubschrauber, Artillerie, Drohnen und die Luftwaffe im Einsatz, teilte der französische General Bernard Barrera vor Ort mit. Nach Angaben eines AFP-Reporters, der die Truppen begleitet, richtet sich die Offensive Weiterlesen

Das erwachende Land

NOUAKCHOTT – 05. April 2013

Vor zwei Tagen ist Saleck Najem wieder auf die Straße gegangen. Eine junge Frau namens Penda Sogué, schwanger und Mutter eines Sohnes, war vor einer Woche von einer Gruppe Männer vergewaltigt und umgebracht worden. Die Polizei verhaftete die Täter nur Stunden später. Aber Saleck Najem traut der Justiz seines Landes nicht. Hunderte Menschen protestierten mit ihm am Mittwoch in der mauretanischen Hauptstadt Nouakchott, sie forderten Gerechtigkeit, und weil Saleck Najem dort viele sagen hörte, die Täter hätten die Todesstrafe verdient, setzte er sich noch am gleichen Abend an sein Laptop und schrieb auf seine Facebookseite: „Der Staat soll strafen, aber er darf keine Rache üben.“
http://www.fr-online.de/politik/mauretanien-das-erwachende-land,1472596,22283756.html