Geiselnahme: Al-Qaida veröffentlicht offenbar Video von entführten Europäern

Drei Jahre nach ihrer Entführung durch al-Qaida ist offenbar ein Video von mehreren europäischen Geiseln aufgetaucht. Das berichtet die mauretanische Nachrichtenagentur ANI. Der französische Außenminister hält die Aufnahmen für glaubwürdig.

Berlin – Die mauretanische Nachrichtenagentur ANI hat eigenen Angaben zufolge ein Video zugespielt bekommen, das mehrere europäische Geiseln der Terrororganisation al-Qaida zeigen soll. Die sieben Entführungsopfer seien in guter Verfassung, zitiert BBC die Agentur.
Das Video stammt offenbar von der Terrororganisation al-Qaida im Islamischen Maghreb (AQMI). Der französische Außenminister ließ über seinen Sprecher mitteilen, er halte die Aufnahmen für glaubwürdig. Sie lieferten einen neuen Beweis dafür, dass die vier im Nigerentführten Franzosen am Leben seien, sagte Philippe Lalliot.
http://www.spiegel.de/politik/ausland/geiselnahme-al-qaida-veroeffentlicht-video-von-entfuehrten-europaeern-a-922630.html

 

Malis neue Regierung beginnt Friedensgespräche mit Tuareg-Rebellen

16.09.2013 Bamako – Die neue Regierung in Mali hat Gespräche mit separatistischen Tuareg-Rebellen begonnen. Ziel ist eine friedliche Lösung für den im Norden des Wüstenlandes schwelenden Konflikt.

Dies wurde am Sonntagabend nach einem Besuch von drei Ministern in der strategisch wichtigen Stadt Kidal bekannt. Die Rebellen hatten Kidal nach dem Militärputsch vom März 2012 unter ihre Kontrolle gebracht. Sie fordern mehr Autonomie für die Region, in der sie traditionell als Nomaden leben.

Der Minister für nationale Aussöhnung, Oumar Diarrah, sowie Sicherheitsminister Sada Samak und Innenminister Sinko Moussa Coulibaly diskutierten mit den Tuareg-Anführern die Umsetzung eines im Juni in Burkina Faso ausgehandelten Friedensabkommens. «Wir waren in Kidal, um Wege und Möglichkeiten für eine dauerhafte Lösung der Krise in Mali zu besprechen», erklärte Diarrah anschliessend.
http://www.blick.ch/news/ausland/malis-neue-regierung-beginnt-friedensgespraeche-mit-tuareg-rebellen-id2442835.html

Veröffentlicht unter Mali

Migration in Afrika: Nicht jeder träumt von Europa

In der Fremde und doch in der Heimat:

Ein afrikanisches Immigrantenschicksal jenseits von Europa
Wenn der Kameruner Bernard Doungmo (42), Taxifahrer in Gabuns Hauptstadt Libreville, die Bilder der in Marokko gescheiterten Immigranten im Fernsehen sieht, überfallen ihn Trauer und Mitleid aber auch gleichzeitig Unverständnis. „Wieso“, fragt er, „sparen diese armen Menschen Tausende von Euros, um sich auf den Weg in solch ein ungewisses Schicksal zu machen? Mit dem gleichen Betrag kann man sich in Afrika eine Existenz aufbauen, vielleicht nicht unbedingt in seinem Heimatland, aber doch auf dem Kontinent“. Er weiß, wovon er spricht …
20 Februar 1982, ein Datum, das Bernard niemals vergessen wird. Er ist 19 Jahre alt und macht sich mit Hilfe eines Schleppers auf den Weg nach Gabun. En riesiges Land mit nur 1,2 Mio. Einwohnern, dort werden Arbeitskräfte gesucht, das weiß man in Kamerun, dessen eigener Markt schon gesättigt ist. Nach Europa will er nicht, er möchte in der Nähe der Heimat bleiben. 40.000 CFA (61 Euro) zahlt er dem Schlepper, der ihn und seine Kameraden zunächst auf eine Insel bringt, wo es nur Militärs gibt, sonst niemanden. In zwei Tagen würden sie dort mit einem Schiff abgeholt, heißt es. Das Warten dauert eine Woche, nur Maniok und Wasser als Verpflegung, dann kommt das „Schiff“, ein klappriges Holzboot mit weiteren Auswanderern. Drei Tage scheppern 45 Personen auf dem Wasser. Bernard, der vorher noch nie das Meer gesehen hat, hat fürchterliche Angst.
Am dritten Tag abends gegen 20 Uhr kommen sie in Libreville an. Sein Onkel Paul, der dort schon lange Jahre lebt, holt ihn ab, und dann machen sie einen Stadtspaziergang durch Libreville. „Ich kam mir vor, als wäre ich in Paris oder Amerika, alles war hier so anders, so modern, als wäre es ein Land der Weißen“, erzählt Bernard.
Am nächsten Morgen allerdings sieht das schon wieder anders aus: „Als ich überall Müll und Schmutz sah, was es bei uns in Kamerun in dem Maße nicht gibt, war ich schnell ernüchtert. In der ersten Woche ging ich nur ab und zu kurz vor die Tür, mehr traue ich mich nicht, weil ich ja keine Papiere hatte, bis dann schließlich mein Onkel mich mitnahm in seine Werkstatt, wo ich lernte, Metall zu verarbeiten, zu löten usw. Hier arbeitete ich nun vier Monate lang, ohne Bezahlung, Onkel Paul rückte nicht einen Cent raus, und ich konnte mich nicht dagegen auflehnen, denn er war der Ältere, den ich zu respektieren hatte, auch wenn er mich ausbeutete“.
China? Nein danke!
Ein Nachbar, der mitbekommen hat, dass Bernard fleißig und anspruchslos ist, erbarmt sich eines Tages seiner und schlägt ihm vor, sich bei der chinesischen Botschaft vorzustellen, die gerade im Bau befindlich ist. Dort suche man kräftige Männer. „Ich willigte ein, machte einen Einstellungstest und wurde angenommen. Wunderbar, das Leben konnte beginnen: Ich verdiente 60.000 CFA (91 Euro) im Monat, ein Vermögen in meinen Augen. Ich mietete ein kleines Zimmer für 15.000 CFA (22 Euro) monatlich und war überglücklich.
Der chinesische Polier war so begeistert von mir, dass er mir vorschlug, mich nach Beendigung der Arbeiten dort mit nach China zu nehmen. Hilfe, um Himmels Willen, nein! rief ich entrüstet. Es gab nämlich in Libreville einen chinesischen Studentenclub, in dem ich schon mal gewesen war, und da hatte mir einmal einer der Studenten gesagt: „Weißt du, bei uns gibt’s keine Schwarzen, wir sind alle Weiße. Wenn du da hinkommen würdest, würden die Leute schreiend davonlaufen, dich für einen Affen oder ein anderes gefährliches Tier halten!“ Deshalb flößte mir dieses gut gemeinte Jobangebot große Angst ein“.
Nach zwei Jahren ist die Botschaft errichtet, und Bernard muss sich einen neuen Job suchen. Leider gibt es keine anderen Baustellen derzeit, so dass er Schwierigkeiten hat, etwas Neues zu finden. Endlich stellt ihn eine LKW-Werkstatt ein, aber diesen Arbeitsplatz hat er nur ein halbes Jahr inne. Die gabunische Regierung erlässt ein Gesetz, dass vorrangig nur noch Gabuner eingestellt werden dürfen, er wird entlassen und ist wieder arbeitslos. „Es war eine harte Zeit, in der ich monatelang über mehrere Tage von einem einzigen trockenen Baguettebrot lebte. Eines Abends hatte ich kein Brot mehr, aber um eins zu kaufen, fehlten mir 3 Cent. Ich klopfte bei meinem Flurnachbarn, dem es finanziell ganz gut ging und bat ihn um diesen Betrag. Er schlug mir die Tür vor der Nase zu. Da erlebte ich zum ersten Mal im Leben, dass die innerafrikanische Solidarität nicht immer funktioniert, ich hatte angenommen, so etwas könne nur fern der Heimat, in Europa, geschehen“.
http://africa-live.de/index.php?option=com_content&task=view&id=6&Itemid=7

Beatrice ist wieder in Mali

Sie lässt den Terroristen nicht das letzte Wort

Die Baslerin Beatrice S. (52) ist wieder in Mali, in der Oasenstadt Timbuktu. Obschon die Terror-Gruppe «Ansar Dine» drohte, sie umgehend zu exekutieren, falls sie zurückkehren sollte.

 

 

 


Rund zehn Tage harrte Beatrice S. im April 2012 als Geisel der Islamisten. Lösegeld floss keines. Bedingung für die Freiheit war das Timbuktu-Verbot. Laut der Nachrichtenagentur AP ist die Missionarin jetzt zurück in Timbuktu. «Ich habe sie am Wochenende auf dem Markt angetroffen», wird Diadie Hamadoun Maiga von der lokalen Al-Kaida-Taskforce zitiert. «Sie sagte mir, sie wolle nie wieder weggehen.»

Laut «Blick» will auch Tourismusdirektor Alpha Sanechirfi mit Beatrice geredet haben: «Sie wirkte entspannt, schlenderte über den Markt und verkaufte Krimskrams, ganz wie früher.»Anfang 2013 vertrieb die französische Armee die Ansar Dine aus Timbuktu, zahlreiche Islamisten werden aber noch in der Wüste im Norden vermutet.

Beatrice brachte Selbstwert
Vor zehn Jahren zog Beatrice S. in die Oasenstadt Timbuktu, die in der südlichen Sahara liegt. Gemäss Jörn Andre, Gründer der Mission «Neues Leben Ghana», arbeitete die Baslerin zuerst für sein Werk und später selbstständig.

http://www.jesus.ch/magazin/gesellschaft/christen_in_der_gesellschaft/241717-sie_laesst_den_terroristen_nicht_das_letzte_wort.html

 

24 Tote bei Überschwemmungen

Kurzmitteilung

28.08.13, Bamako  (RPO). Bei Überschwemmungen nach schweren Regenfällen in Mali sind 24 Menschen ums Leben gekommen. In etlichen Vororten der Hauptstadt Bamako seien Lehmhäuser unter dem Druck der Wassermassen zusammengebrochen, teilte das Innenministerium am Mittwochabend im Staatsfernsehen mit. Demnach wurden die Opfer von den einstürzenden Wänden erschlagen. In Berichten privater Zeitungen war von mehr als 50 Todesopfern die Rede. Die Unwetter begannen den Angaben zufolge am Mittwoch.

Malians Protest Jihadists‘ Return

By Bakari Gueye, 28 August 2013

Nouakchott — Hundreds of young Malians on Sunday (August 25th) took to the streets to demonstrate their anger at the return of some former jihadists to Gao.

„People of the north are still shaken by fear and they will never forget what they have experienced with the Islamists. So, their reaction is quite understandable, especially since we just heard about the merger of MUJAO and Belmokhtar’s gang,“ Gao teacher Habib Sidibé said.

„This return triggers serious concerns within a traumatised population due to nearly a year of reign by terror groups,“ Malian journalist Ibou Samaké said.

He added that the people of Gao would „never forget the serious abuses sustained by their kin because of the application of Sharia law“.

„The people of Gao are very wary of the return of those brothers who took up arms against them. They do not trust these Malians who fought in the ranks of the ‚enlightened‘, against their country,“ Journal du Mali reporter Augustin Fodou said.

Veröffentlicht unter Mali

Mali: China Congratulates Keita On Presidential Win

19 August 2013, Beijing — China on Friday congratulated Ibrahim Keita Boubarka, widely known as IBK, on his election as president of Mali, pledging close cooperation with the new government and better bilateral relations. „Ibrahim Keita Boubarka is an old friend of China. We congratulate him on his election and believe that he will lead Mali to a new phase of national peace, stability and development,“ Foreign Ministry spokesman Hong Lei said in a press release. Calling Mali „a country traditionally friendly to China,“ Hong said China has always supported Mali’s peaceful development and will join efforts by the international community to support Mali’s national stability and economic and social development.
http://allafrica.com/stories/201308191422.html

Veröffentlicht unter Mali

Mali: Collapsed, Failed, Criminalized? Notes On the State in Mali

By Isaline Bergamaschi, 15 August 2013

Having experienced several waves of privatisation, the state is no longer seen as being a major provider of jobs or protection against the risks associated to climate conditions or the country’s fragile insertion into the global economy. Critics of the former regime led by Amadou Toumani Touré (ATT) pointed to the fact that democratisation in Mali had gone hand in hand with what Bayart, Hibou and Ellis called ‚the criminalisation of the state‘.

Since the 1990s, successive governments were accused of distributing huge parcels of fertile land near the Office du Niger (an irrigated agricultural area near Ségou in south-central Mali) to international firms. Corruption scandals also came to light about the Global Fund to Fight AIDS Tuberculosis and Malaria.

After a Boeing 727 carrying six tons of cocaine (coming from Latin America and transiting in the Sahel on its way to Europe) landed near Gao in November 2009, the president and his ‚clan‘ were suspected of having connections with and protecting drug-traffickers by US authorities and the national press.

The army’s lack of preparation, equipment and unity – despite several US-sponsored military programmes and training – were evidenced during a quasi-improvised coup and multiple insurgent attacks in the North between late 2011 and early 2013. The corruption of high-ranking generals – suspected of having ‚eaten‘ the money and built spectacular houses for themselves in Bamako – was a central grievance of putschists and their supporters.
http://allafrica.com/stories/201308161258.html

Veröffentlicht unter Mali

Kein Licht für Afrika

Die Idee ist gut: Solarenergie nutzen, Umwelt schonen, Gewinn machen. Warum geht ein solches Projekt schief? Von Katrin Zeug

Tausende kleine Monde glitzern nachts auf dem Victoriasee. Auf kleinen Flößen schaukeln Petroleumleuchten über das schwarze Wasser, um Fische anzuziehen. Seit Jahrzehnten locken Männer wie Pottas Aboy auf diese Art den Fang in ihre Netze. Nun hat bei Aboy der Fortschritt Einzug gehalten.

Der Fischer aus dem Dorf Mbita hat seit ein paar Wochen eine neue Lampe. Ihre Glühbirne ist groß und spendet das typische kühle Licht von Energiesparlampen, ein Kabel verbindet sie mit einer kleinen Akkubox. Das sei nicht nur billiger, sondern auch zuverlässiger und umweltfreundlicher als die bisherigen Benzinlampen, sagt der Fischer. Dafür, dass er seine neue Lampe vorführt, wird Pottas Aboy von         Osram        bezahlt. Denn der deutsche Glühbirnenhersteller möchte elektrisches Licht in Gegenden bringen, in denen es kein Stromnetz gibt. Und bei den 175.000 Fischern am Victoriasee erhofft sich das Unternehmen beträchtlichen Gewinn. Eine Idee, die auf scheinbar ideale Weise Entwicklungshilfe mit Umweltschutz und Rendite verbindet.

Doch leider klafft zwischen Ideal und Wirklichkeit eine gewaltige Lücke. Obwohl es die solar betriebenen Lampen seit gut neun Monaten gibt, werden sie erst von zwei Fischern genutzt, einer davon ist Pottas Aboy. Die Gründe dafür sind vielfältig: Politische Instabilität, Bürokratie und kulturelle Unterschiede machen dem Osram-Projekt zu schaffen. Und man kann daran geradezu beispielhaft studieren, warum von der Idee her sinnvolle Entwicklungsprojekte in der Praxis immer wieder scheitern.
http://www.zeit.de/2009/03/Afrika

Keïta gewinnt Präsidentenwahl in Mali

13.08.2013 ·   Von   Thomas Scheen, Johannesburg
Mali hat einen neuen Präsidenten. Schon vor Bekanntgabe des offiziellen Resultats erkannte Soumaila Cissé den Sieg Ibrahim Keïtas an. Den neuen Präsidenten erwarten schwere Aufgaben.

brahim Boubacar Keïta ist der neue Präsident Malis. Obwohl die Endresultate der Stichwahl vom vergangenen Sonntag noch nicht feststehen, scheint der Vorsprung von „IBK“, wie Keïta in Mali genannt wird, uneinholbar. Sein Kontrahent, der ehemalige Finanzminister Soumeila Cissé gestand am späten Montagabend seine Niederlage ein und gratulierte Keïta zum Sieg. „Ich habe ihn zuhause besucht und ihm Glück gewünscht“, sagte Cissé. Nach dem ersten Durchgang der Präsidentschaftswahl Ende Juni hatte Cissés Wahlkampfteam von massiven Manipulationen gesprochen, diesen Vorwurf bei der Stichwahl jedoch nicht mehr wiederholt. Im ersten Durchgang, an dem insgesamt 27 Kandidaten teilgenommen hatten, war Keïta auf knapp 40 Prozent der Stimmen gekommen, während auf Cissé rund 20 Prozent entfallen waren. Der Leiter der EU-Wahlbeobachtermission, der Belgier Louis Michel sagte, an der Glaubwürdigkeit der Resultate der Stichwahl sei „absolut nichts zu bezweifeln“. Michel war früher EU-Kommissars für Entwicklung und humanitäre Hilfe.
http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/afrika/westafrika-keita-gewinnt-praesidentenwahl-in-mali-12529545.html

Veröffentlicht unter Mali